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Tourenbeschreibung   
Der östliche Verwall-Höhenweg

Vom Edmund-Graf-Haus über den "Kieler Weg" - "Hoppe-Seyler Weg" - 
"Advokatenweg" - "Apothekerweg" zur Friedrichshafener Hütte.

Steckbrief und WWW-Links zu Berghütten und Infos dieser Tour
findest Du im Anhang dieser Tourenbeschreibung! >>oder hier klicken Zum Tourenprofil >>

Küchelspitze 3147m, Kuchenspitze 3170m und Scheibler 2978 m.
Blick vom Schneidjöchl 2841 m auf die 
Küchelspitze 3147m, Kuchenspitze 3170m und Scheibler 2978 m.

Einleitung:
Die Verwallgruppe liegt in den Zentralen Ostalpen und bildet ein Dreieck zwischen Bludenz, Landeck und dem Silvretta-Stausee im Süden.
Der landschaftliche Charakter der Verwallgruppe lädt bevorzugt den alpinen Bergwanderer ein. Hier befinden sich gut ausgebaute und markierte Höhenwege und eine Vielzahl schön gelegener Hütten, die es ermöglichen, längere Touren zu gehen, ohne ins Tal absteigen zu müssen. Diese Höhenwege sind wohl mit zu den schönsten in den Alpen überhaupt zu zählen.
Aber die Verwallgruppe hat für jeden etwas: Die vergletscherten Anstiege auf die mächtige Küchelspitze (3147 m) für Hochalpinisten; die Pflunspitzen (2912 m) für Klettertouren auch in den oberen Schwierigkeitsgraden; den Klettergarten Lorüns für den Sportkletterer; die Fellbachwand im Klostertal lockt mit ihren 500 m hohen Wasserfällen den Eiskletterer und für den anspruchsvollen Skitourengänger bietet - neben vielen bescheideneren Möglichkeiten - eine Längsdurchquerung der Verwallgruppe eine außergewöhnliche und eindrucksvolle Unternehmung. Die beste Tourenzeit ist im allgemeinen von Juli bis September, doch dank der unterschiedlichen Klimaverhältnisse läßt die vielfältige Verwall-Landschaft auch bis in den Oktober hinein schöne Tourentage zu.

Anreise:
Mit dem Zug bis Landeck. Umsteigen in die Regionalbahn in Richtung St. Anton am Arlberg und in Pettneu aussteigen. Oder über Lindau - Bregenz - Feldkirch nach St. Anton am Arlberg. Dort Umsteigen in die Regionalbahn in Richtung Landeck und in Pettneu aussteigen.
 
1. Tag
Ausgangspunkt ist der Ort Pettneu 1122 m im Stanzer Tal. Gemütlich Edmund-Graf-Haus 2375 m. geht es auf Weg "511" durch das Malfon Tal zum Edmund-Graf-Haus 2375 m hinauf. Wer Zeit und Lust hat, kann nachmittags dem Hüttentrubel ein wenig entgehen, indem er noch mit leichtem Gepäck zum nahe- gelegenen Schmalzgrubensee wandert.
Gehzeit: 3 h Pettneu bis E.-G.- Haus
2. Tag
Bei gutem Gipfelwetter sollte man nicht gleich den Übergang zur Niederelbehütte machen, sondern vorher noch den Hohen Riffler 3168m besteigen. Bis auf den kurzen Gipfelaufschwung (auf den letzten Metern leicht ausgesetzt) ist er einfach zu besteigen, jedoch ist Trittsicherheit angebracht, ist es doch ein Berg der die 3000m Grenze übersteigt und dessen Anstieg über viel Blockwerk führt.Niederelbehütte 2310m. Im Frühsommer kann noch recht viel Schnee liegen, aber beim Hüttenwirt kann man sich über die genauen Verhältnisse erkundigen. 
Am Gipfel angekommen hat meinen tollen 360 º Blick auf die Samnaungruppe, Silvretta, Verwall, Rätikon und Lechtaler Alpen. Anschließend den gleichen Weg wieder zurück bis zum Edmund-Graf-Haus. Tipp! Wir hatten den schweren Rucksack in der Hütte deponiert und ihn dann bei der Rückkehr erst wieder mitgenommen.
Dann geht es über den Weg "512" (Riffler Weg) am Schmalzgrubensee vorbei zur gleichnamigen Schmalzgrubenscharte 2697m. Von dort dann weiter über den "Kieler Weg" gemütlich in leichtem Auf -und Ab bis zur Niederelbehütte 2310m.
Gehzeit: mit Bestg.   Hoher Riffler = 8 h
             ohne Bestg. Hoher Riffler = 4 h

Alternative/Tipp: : Ruhetag auf der Niederelbehütte und mit leichtem Gepäck auf die Kreuzjoch Spitze 2919 m. Tolle Sicht, gut markierter Weg und leicht zu besteigen. Abstieg wie Aufstieg.
Gehzeit: Aufstieg zum Gipfel ca. 2 h.

3. Tag
Von der Niederelbehütte geht es auf Weg "502" östlich an der Fatlarspitze vorbei. Man quert u. Umständen einige Firnfelder (Achtung keine Sicherung, im Spätsommer bei frühem Aufstieg oft sehr harter Firn) und gelangt zur Oberen Fatlarscharte 2809m, wo auch die kleine "Kieler Wetterhütte" steht. Sie bietet Platz für ca. 6 Personen (mit Etagenlager, Ofen und Brennholz!) und dient als Biwak für in Not geratene Bergsteiger.
Nun steigt man an Felsflanken und Schrofengelände teilweise versichert über den "Hoppe-Seyler-Weg" ab und nach einer guten Stunde die verlorenen Hm. wieder zum Schneidjöchl 2841m aufzusteigen.
Vom Schneidjöchl sieht man schon das Etappenziel, die Darmstädter Hütte.
Darmstädter Hütte 2384m.Auch sieht man direkt gegenüber die Küchel -und Kuchenspitze, beide über 3000m hoch und mit einem kleinen Ferner (Gletscher)  auf der Nordseite. Die Kuchenspitze bietet für den Kletterer schöne Felsfahrten.
Nun geht es recht mühsam über ehemalige Moränenfelder ca. 600 Hm. steil in das oberste Moostal hinab um kurz nach einem kleinen Gegenanstieg die Darmstädter Hütte 2384m zu erreichen. Gehzeit: 6 h.
Variante: Wem der Übergang zur Darmstädter Hütte über die Obere (Östl.) Fatlarscharte zu anspruchsvoll ist, kann auch den leichteren Übergang über das Seßladjoch 2749m nehmen. Man kommt im Moostal herunter und geht dann im Tal den Fahrweg bis zur Darmstädter Hütte.
Gehzeit: erheblich kürzer wie 6 h.
4. Tag
Eigentlich war geplant über den "Ludwig-Dürr-Weg" zum Rautejöchle, Schönpleiß Joch, Matnaljoch und von dort zur Friedrichshafener Hütte zu laufen. Gehzeit 5 - 6 h. Doch nicht nur, das der Küchlferner im oberen Teil Blankeis hatte, die Randkluft war fast 2m breit, ziemlich tief und ohne Steigeisen, im Aufstieg 2m zu überspringen, fanden wir doch sehr gewagt. So entschieden wir uns für die gefahrlosere, aber viel längere Variante über das Kuchenjoch - Fasul Tal - Schafbichljoch - Friedrichshafener Hütte.
Wir stiegen zum Kuchenjoch und bestiegen ohne Rucksack den Scheibler 2978m. Steinmänner dienen als Wegmarkierung und ist reine Blockkletterei.Friedrichshafener Hütte 2138m.
Am Kuchenjoch wieder angekommen geht es den "Apotheker Weg" Nr. 514 steil hinab in das Fasul Tal. (fast 1000 Hm. Abstieg !). Dann nach links bis zum Talschluss, wo der Weg erst leicht,
dann steiler werdend zum Schafbichljoch 2636m hinaufführt. Bei diesem Joch ist eine längere Pause, bei entsprechender Sicht vorausgesetzt, angesagt und eine Belohnung für die ganze Mühe. Der Blick wandert über die Silvretta im Süden, dem westl. Teil der Verwall, der Patteriol und der Kuchen -und Küchelspitze südseitig.
Vom Schafbichljoch sieht man schon die Friedrichshafener Hütte 2138m, die man in knapp 1 h erreicht.
Gehzeit: 8 - 10 h. (ca. 1300 Hm im Aufstieg und 1500 Hm im Abstieg)
5. Tag
Am nächsten Tag Abstieg von der Friedrichshafener Hütte hinunter in das Paznauntal und mit Bus über Ischgl weiter nach Landeck gefahren.
Von dort mit dem Zug nach Hause.
Wer will, kann die Tour fortsetzen, und steigt über das Muttenjoch 2620m und gelangt über den "Friedrichshafener Weg" die Neue Heilbronner Hütte und durchquert anschließend den westl. Teil der Verwallgruppe.
Gehzeit: 3 - 4 h.
Anforderungen dieser Tour:
Gehzeit: mehrtägige Bergwandertour
Höhenmeter: je nach Tagesetappe
Schwierigkeiten: Hochalpine Bergtour, die gute Kondition und Trittsicherheit voraussetzt. Teilweise Seilsicherung beim Übergang von der Niederelbehütte zur Darmstädter Hütte.
Besonderheiten: Da mit Firnpassagen zu rechnen ist, die vor allem im Spätsommer sehr hart sein können, sind Pickel und Leichtsteigeisen zu empfehlen. 
Im Frühsommer bei harten Schneefeldern ist anstatt des "Hoppe-Seyler-Weg" für Anfänger der Übergang über das Seßladjoch zu empfehlen.
Graf. Tourenprofil: Zum Tourenprofil >>

WWW-Links zu den Berghütten dieser Tour:

Karten, die ich für dieses Gebiet weiterempfehlen kann:

  • Wanderkarte freytag&berndt "Arlberggebiet-Paznaun-Verwallgruppe
    WK 372 im M 1:50.000 

Führer/Bücher, die ich für dieses Gebiet weiterempfehlen kann:

  • Das Buch "Hüttenwandern" Band 1 
    Alpine Höhenwege von Hütte zu Hütte von Walter und Michael Pause
    1983 BLV Verlagsgesellschaft mbH, München
    ISBN: 3-405-12761-0

  • Führer: AV Führer Verwall-Gruppe, Rother Verlag


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