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Nepal
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Fotos von Peter Nausester.
Allgemein
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Nepal gehört zu den gebirgigsten Ländern der Erde; das unwegsame Terrain ist mit ein Grund für die Abgeschiedenheit des Staates. Aufgrund der eingeschlossenen Lage ist Nepal jedoch gezwungen, zu den Nachbarstaaten China und Indien freundschaftliche Beziehungen zu unterhalten. Seit den siebziger Jahren ist der Staat für eine steigende Zahl an Touristen und ambitionierten Bergsteigern attraktiv geworden.
Nepal, amtlich Nepal Adhirajya (Königreich Nepal), konstitutionelle Monarchie in Südasien. Nepal grenzt im Norden an die Autonome Region Tibet der Volksrepublik China sowie im Osten, Süden und Westen an Indien. Das Territorium des Staates nimmt eine Fläche von 147181Quadratkilometern ein. |
Statistik und Kurzangaben zu Nepal:
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Staatsname Königreich Nepal
Hauptstadt Kathmandu
Fläche 147 181 km²
Städte (Einwohner)
Kathmandu 363 000 (1990 geschätzt)
Bevölkerung
Einwohner 21 918 000 (1995 geschätzt)
Wachstumsrate
2,6 Prozent (1990-1995 durchschnittlich)
Bevölkerungsdichte
156 Einwohner pro km²
Bevölkerungsverteilung
Stadt 13,7 Prozent (1995 geschätzt)
Land 86,3 Prozent (1995 geschätzt)
Durchschnittliche Lebenserwartung
Insgesamt 54 Jahre (1995 geschätzt)
Frauen 53 Jahre (1995 geschätzt)
Männer 54 Jahre (1995 geschätzt)
Kindersterblichkeitsrate
110 Sterbefälle pro 1 000 Lebendgeburten (1990)
Alphabetisierungsgrad
Insgesamt 28 Prozent (1995 geschätzt)
Frauen 14 Prozent (1995 geschätzt)
Männer 41 Prozent (1995 geschätzt)
Ethnische Gruppen
Newar, Inder, Tibeter, Gurung, Magar, Tamang, Thakali, Bhotia, Rai,
Limbu, Sherpa
Sprachen
Nepali (Amtssprache), 20 weitere Sprachen, Englisch
Religionszugehörigkeit
Hinduismus 90 Prozent
Buddhisten 5 Prozent
Muslime 3 Prozent
Andere 2 Prozent
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Politik
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Staatsform Konstitutionelle Monarchie
Gründung 1768 (Vereinigung unter Prithvi Narayan Shah)
Verfassung 9. November 1990
Wahlrecht Allgemeines Wahlrecht ab 18 Jahre
Mitgliedschaften
AsDB, CCC, CP, FAO, G-77, IBRD (Weltbank), ICAO, IRK, IFAD, LIGA,
IJO, ILO,
IWF, IMO, INTELSAT, ICPO/INTERPOL, IOC, ISO (korrespondierendes Mitglied),
ITU, NAM, SAARC, UN, UNCTAD, UNESCO, UNIDO, UPU, WGB, WHO, WMO,
W.T.O.
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Wirtschaft
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Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt und zum Staatshaushalt entstammen den World Bank World Tables. Die Angaben zum Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner sind aus dem 1993 Statistical Yearbook der UN. Daten zur Industrie wurden dem 1993 Handbook of International Trade and Development der UN-Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD) entnommen. |
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Anmerkung: Die angegebenen Zahlen sind gerundet.
Deshalb entspricht die Summe der aufgeführten Werte nicht immer 100 Prozent.
Bruttoinlandsprodukt (BIP)
3,75 Milliarden US-Dollar (1993 geschätzt)
BIP pro Einwohner US-Dollar 144 (1992)
Bruttoinlandsprodukt nach Wirtschaftssektoren
Staatshaushalt Keine Angaben
Währung
1 Nepalische Rupie (NR) = 100 Paisa
Ausgeführte Güter
Teppiche, Bekleidung, Lederwaren, Jutewaren, Getreide
Eingeführte Güter
Petrochemische Produkte, Düngemittel, Maschinen
Wichtigste Außenhandelspartner (Export)
Indien, Vereinigte Staaten von Amerika, Deutschland, Großbritannien
Wichtigste Außenhandelspartner (Import)
Indien, Singapur, Japan, Deutschland
Industrie
Reis-, Jute-, Zucker- und Ölsaatenverarbeitung; Zigaretten, Textilien, Teppiche, Zement, Ziegel; Tourismus
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Land- und Forstwirtschaft
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Knapp ein Drittel des Landes wird landwirtschaftlich genutzt; der größte Teil des Agrarlandes befindet sich in der
Terai-Region. Zu den wichtigsten Anbauprodukten gehören Reis, Mais, Buchweizen, Gerste, Kartoffeln, Zuckerrohr, Hirse, Jute und Tabak; daneben werden Geflügel, Rinder und Wasserbüffel gezüchtet. Auf den Hochweiden werden neben Schafen und Ziegen auch Yaks gehalten. Die Waldbestände Nepals sind aufgrund von Brandrodungsfeldbau und unkontrollierter Brennholzgewinnung erheblich geschädigt. Um die enormen Erosionsschäden einzudämmen, wurde inzwischen mit Wiederaufforstungsmaßnahmen begonnen. Der jährliche Holzeinschlag beträgt rund 20Millionen Kubikmeter.
Reis, Mais, Weizen, Zuckerrohr, Knollenfrüchte, Milch, Büffelfleisch. Die Nahrungsmittelproduktion reicht, besonders in Dürrejahren, nicht zur Selbstversorgung aus. |
Rohstoffe
Quartz, Wasser, Nutzholz, kleinere Vorkommen an Braunkohle, Kupfer,
Cobalt, Eisenerz
Quellenangaben:
Allgemeines und Bevölkerung
Die Flächenangaben wurden dem 1994 Food and Agriculture Organization (FAO) Production Yearbook entnommen. Die Einwohnerzahl, die Bevölkerungswachstumsrate und die Daten zur Lebenserwartung stammen aus dem Bericht World Population Prospects (The 1994 Revision) der Vereinten Nationen (UN). Die Angaben zur Bevölkerungsdichte und zur Kindersterblichkeit sind aus dem 1993 Statistical Yearbook der UN, die zum Alphabetisierungsgrad aus dem 1995 Statistical Yearbook der UNESCO. Die Daten zur Bevölkerungsverteilung wurden dem UN-Bericht World Urbanization Prospects (The 1994 Revision) entnommen, und die
Angaben zu Ethnien, Sprachen und Religionszugehörigkeiten stammen aus dem 1995 World Factbook der CIA (Central Intelligence Agency, Zentralamt des amerikanischen Geheimdienstes).
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Physische Geographie
Nepal lässt sich in drei parallele Regionen einteilen, die vom Nordwesten nach Südosten verlaufen. An der Grenze zu China befindet sich der Hoch-Himalaya mit einer durchschnittlichen Höhe von mehr als 4570Metern. Bei der zweiten Region handelt es sich um die Mahabharat- und Churia-Ketten des Nieder-Himalaya mit einer durchschnittlichen Höhe von etwa 2500Metern. Bei der dritten und südlichsten Region handelt es sich um ein Flachland
(Terai) mit Sümpfen und Wäldern. Im Gegensatz zu den meist vegetationsarmen Hochländern sind die Schwemmlandböden des Terai äußerst fruchtbar. Der Kessel des
Kathmandu-Tales im Zentrum des Landes bildet neben der Terai-Region die einzige größere Ebene des Staates.
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Flüsse und Seen

Die wichtigsten Flüsse in Nepal fließen in der Regel vom Norden in den Süden und münden in den Ganges. Die drei bedeutendsten Flüsse sind der
Karnali, der Kosi und der Narayani. Größere Seen gibt es im Land nicht.
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Klima

Die klimatischen Verhältnisse in Nepal hängen maßgeblich von der Höhenlage der betreffenden Region ab. In den Hochgebirgsregionen herrschen das ganze Jahr über tiefe Temperaturen. Im Terai und im
Kathmandu-Tal sind die Sommer heiß und regenreich (Einfluss des Südostmonsuns), die Winter kühl. Die höchsten Temperaturen werden in der Zeit zwischen dem späten Frühjahr und dem Hochsommer verzeichnet. Die klimatische Schneegrenze liegt bei etwa 5000 bis 5800Metern. Die höheren Gebirgsregionen sind ganzjährig schneebedeckt.
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Umweltsituation

Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Menschen haben eine geringe Lebenserwartung.
Die Trinkwasserversorgung und die hygienischen Verhältnisse sind schlecht, obwohl in den ländlichen Gegenden zwischen 1980 und 1990 starke Verbesserungen zu verzeichnen waren. Bei dem gegenwärtigen Bevölkerungswachstum und der Entwaldungsrate ist eine Knappheit an Brennholz, Viehfutter und Bauholz bis zum Jahr 2010 vorauszusehen. Ein weiteres Problem im Zusammenhang mit der Entwaldung ist die Bodenerosion. Die in großem Umfang entwickelte Nutzung der Wasserkraft verringert den Raubbau an den Wäldern. Der Tourismus ist eine der wenigen Möglichkeiten für Deviseneinnahmen.
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Flora und Fauna

Im Terai finden sich in den landwirtschaftlich nicht erschlossenen Gebieten ausgedehnte Hartholz- und Bambuswälder. An den tiefer gelegenen Hängen wachsen Kiefern und Eichen sowie Wildblumen. In den höheren Regionen herrschen Tannen und Unterholz vor. Über 3600Metern findet sich nur mehr spärliche Vegetation. Alpine Steppen herrschen im Nordwesten vor.
Zur Tierwelt des Terai gehören Tiger, Leoparden, Hirsche und Elefanten, die vor allem in den feuchteren Landesteilen vorkommen. In den höheren Regionen finden sich Wildziegen, Wildschafe und Wölfe.
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Bevölkerung

Die indigene Bevölkerung Nepals besteht aus zwei großen Gruppen: der zahlenmäßig überlegenen Gruppe der
Indo-Nepalesen, deren Vorfahren aus dem Süden eingewandert sind, und der Gruppe der
Tibeto-Nepalesen, deren Vorfahren aus dem Norden kamen. Die beiden Gruppen haben sich weitgehend miteinander vermischt. Zu den Tibeto-Nepalesen gehören die Sherpas, die als Führer und Träger bei Bergexpeditionen bekannt sind, und die
Gurung. Die herrschende Schicht der Gurkha entstammt verschiedenen ethnischen Gruppen Nepals. Nepal hat etwa 21,4Millionen Einwohner; dies entspricht einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von etwa 144Personen pro Quadratkilometer. Die Lebenserwartung liegt bei 53Jahren. Die meisten Einwohner konzentrieren sich auf die Regionen
Kathmandu und Terai. Die Gebirgszonen und der Nordteil des Landes sind nur spärlich besiedelt.
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Sherpas:

Volk im Hochgebirge
Die Einwohnerzahl von Nepal betrug 1994 knapp 22 Millionen.
Um das rasche Bevölkerungswachstum von durchschnittlich 2,6 Prozent
(1990-1995 durchschnittlich) einzudämmen, fördert die Regierung derzeit Familienplanungsprogramme. Die meisten Menschen leben auf dem Land, nur wenige Städte zählen mehr als 100 000 Einwohner. Das fruchtbare Tal von Kathmandu ist dicht besiedelt, hier lebt ein großer Teil der Bevölkerung als Nomaden. Bewohner der Gebirgsregionen reisen in regelmäßigen Abständen nach Indien, um dort vorübergehend zu arbeiten oder Vorräte einzukaufen.
Ungefähr 70 Prozent der Menschen in Nepal gehören zur Volksgruppe der
Indoarier. Knapp neun Prozent der Bevölkerung sind tibetobirmanischer Herkunft, zu denen u. a. die
Tamang, Newari, Magar, die Gurung und die Limbu zählen, Minderheitsgruppen bilden Inder und Tibeter.
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Sprache und Religion

Amtssprache des Landes ist Nepali, eine zum indoiranischen Zweig der indogermanischen Sprachen gehörige indoarische Sprache, die von über der Hälfte der Bevölkerung gesprochen wird. Nepali ist eng mit dem Hindi verwandt. Daneben gibt es noch etwa 30 andere Sprachen der jeweiligen Volksgruppen. Der Hinduismus ist Staatsreligion; etwa 90Prozent der Bevölkerung gehören dieser Religion an. Der in Nepal praktizierte Hinduismus enthält auch Elemente des Buddhismus, der zweitwichtigsten Religion des Landes, zu der sich acht Prozent bekennen. Daneben gibt es eine muslimische Minderheit (ca. drei Prozent). |
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Weltreligionen Rund 88 Prozent der Bevölkerung Nepals sind Hindus, ungefähr acht Prozent bekennen sich zum Buddhismus. Von den Hindus wurden zahlreiche Elemente des Animismus übernommen. Drei Prozent der Menschen sind Muslime, eine Minderheit bekennt sich zum Christentum. |
Nach hinduistischem und buddhistischem Glauben werden das Leben und das Schicksal der Menschen durch ihr Karma bestimmt, die Kraft, die durch ihre Handlungen entsteht und die für die spätere Wiedergeburt entscheidend ist. Man glaubt, dass Bhoot (gute Geister), Pret (böse Geister), Bokshi (Hexen) und Graha dasha (eine unvorteilhafte
Planetenkonstellation) die Erkrankung von Mensch und Tier herbeiführen und schlechte Ernten oder Unfälle heraufbeschwören können.
Um die Geister und Planeten zu besänftigen, werden häufig Opfergaben wie Nahrungsmittel und Blumen dargebracht. |
Das Kastenbewusstsein prägt diese überwiegend hinduistische Gesellschaft und beeinflusst in hohem Maße den zwischenmenschlichen Umgang. Traditionell unterscheidet der Hinduismus vier große soziale Kasten: Brahman (Priester), Kshatriya (Adlige und Krieger), Vaisya (Händler und Bauern) und Sudra
(Bedienstete). Aus diesen entstanden mehrere weitere Kasten und Untergruppen. |
Sitten und Gebräuche

Familienstruktur
Die Bräuche für Hochzeiten sind in den einzelnen Kasten unterschiedlich.
Traditionell werden Eheschließungen von Eltern arrangiert,
nur gelegentlich wird die Zustimmung der Ehepartner bei der Wahl eingeholt.
Die Ehe gilt als heilige und gottgegebene Institution, die über den Tod hinaus reicht.
Verabredungen, wie sie in westlichen Ländern üblich sind, und Scheidungen kommen in Nepal sehr selten vor. Für Nepalesen ist Keuschheit
(Sat oder auch Satitwa, wie es in den Städten heißt) die höchste Tugend, die eine Frau in die Ehe mitbringen kann. Eheschließungen werden ausgelassen und mit opulenten Festmählern
gefeiert. Die Hochzeitszeremonie selbst ist langwierig und kompliziert,
die sich anschließenden Festlichkeiten können bis zu drei Tage dauern.
In der Region Tarai, im Süden (Terai) des Landes, ist es auch heute noch üblich, dass die Braut eine Mitgift mit in die Ehe bringt. Auf dem Land werden Frauen oft schon vor Vollendung des 18. Lebensjahres verheiratet. Sie ziehen nach der Eheschließung in die Familie ihres Ehegatten.
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In Nepal stehen die Interessen der Familie über denen des Einzelnen.
Ältere Familienmitglieder werden als Autoritäten respektiert und im Alter von
jüngeren versorgt. Vor allem in höheren Kreisen gründen die Söhne immer häufiger
mit ihren Ehefrauen eigene Haushalte und leben nicht mehr innerhalb der Großfamilie.
Frauen haben in der vom Hinduismus geprägten Gesellschaft immer noch weniger Rechte als Männer. Ihre Aufgabe ist es, sich um den Haushalt und die Bestellung der Felder zu kümmern; in den Städten arbeiten sie häufig auch außer Haus.
Die meisten Familien in ländlichen Gegenden leben in einfachen zweistöckigen Häusern aus Stein und Lehm mit wenigen kleinen Fenstern. Im oberen Stockwerk werden Nahrungsmittel gelagert. Die Häuser in den Städten sind aus Backstein, Stein oder Stahlbeton erbaut. In einigen Mietshäusern müssen sich die einzelnen Parteien Wasseranschluss, Toilette und Badezimmer teilen.
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Essen und Trinken
Traditionell werden Männer und Gäste zuerst bedient, dann erst essen die Kinder und zuletzt die Frauen. In einigen Gebieten im Norden werden die Mahlzeiten mit Stäbchen eingenommen. Da im Hinduismus einige Handlungen als unrein gelten
(Jutho), darf man die einzelnen Mahlzeiten nicht vom selben Teller essen. Angehörige der höheren Kasten achten sehr darauf, dass ihre Speisen nicht von Menschen einer untergeordneten Kaste oder Angehörigen einer anderen Religion berührt werden. Wenn Menschen, die einer niedrigeren Kaste als der eigenen angehören, Speisen zubereiten, gelten diese Speisen als unrein und sind damit ungenießbar. Nur Roti, eine Art Fladenbrot, darf von Menschen der niederen Kasten zubereitet werden. |
Viele Angehörige der höheren Kasten in Nepal sind Vegetarier.
In den Städten und bei der besser gestellten Landbevölkerung gehören Reis mit Linsensuppe und Gemüsecurry oft zu den Hauptgerichten. Die mittleren Kasten essen Ziegen- und Hühnerfleisch, sofern es welches zu kaufen gibt, und zum Teil auch das Fleisch des Wasserbüffels. Hindus nehmen kein Rind-, Muslime kein Schweinefleisch zu sich. Je nach Jahreszeit kommen Obst und Gemüse zum Verzehr. |
Hirse und Mais sind für die meisen Nepalesen Grundnahrungsmittel,
obwohl in der Region Tarai auch Reis dazugehört. Roti (Fladenbrot)
kann aus unterschiedlichen Getreidesorten hergestellt werden, wobei
Weizen bevorzugt wird. Ein Brahmane isst jedoch auch Maisroti. Hirse und Buchweizen finden eher beim ärmeren Teil der Gesellschaft Verwendung.
Die in den Bergen lebenden Menschen essen u. a. Dhedo, einen Brei, den man aus Maismehl und Hirse oder Buchweizen zubereitet. |
Umgangsformen
Namaste ist die traditionelle Begrüßungsformel in Nepal.
Man legt seine Handflächen mit den Fingern nach oben aneinander,
erhebt sie in Brust- oder Kinnhöhe und sagt “Namaste” oder Namaskar
zu höher stehenden Personen. Erwachsene benutzen diesen Gruß nicht
gegenüber Kindern. In inoffiziellen Situationen kann man auch seine
rechte Hand erheben und Salaam sagen. Diese Geste gilt sowohl für die
Begrüßung als auch für den Abschied. Bei offiziellen Zusammenkünften
kann man einen Gast zum Empfang mit einer Mala, einer Blumengirlande,
schmücken. In einigen buddhistischen Gemeinden wird anstelle einer Mala ein Khada (weißer Baumwollschal) verwendet. Im Allgemeinen reichen sich Nepalesen nicht die Hände. Bei der Begrüßung bringt die Nennung von Titeln oder das Suffix -jee (oder -jye) in Verbindung mit dem Familiennamen Respekt zum Ausdruck.
Die Nepalesen fragen normalerweise um Erlaubnis, bevor sie sich verabschieden. |
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In der Öffentlichkeit gibt es keine Berührung zwischen Männern und Frauen
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selbst verheiratete Paare zeigen ihre Zuneigung nie offen, sondern nur zu Hause. |
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Gegenseitige Besuche spielen für die gastfreundlichen Nepalesen eine große Rolle, auch unangemeldeter Besuch wird willkommen geheißen. Hindus glauben, dass die Freundlichkeit, mit der sie Fremden begegnen, sich positiv auf ihr nächstes Leben auswirkt, und sie wenden sich daher nicht von Hilfsbedürftigen oder Menschen in Not ab. |
Gästen bietet man normalerweise gesüßten Tee mit Milch an, als Gast nimmt man die Erfrischung aber erst nach mehrmaliger Aufforderung an. Beim Betreten einer Wohnung, eines hinduistischen Tempels oder einer Moschee zieht man die Schuhe aus. Die rechte Hand dient zum Essen, Entgegennehmen oder Überreichen von Gegenständen.
Im Süden bleiben Männer und Frauen bei Zusammenkünften normalerweise unter sich, im Norden wird die Geschlechtertrennung weniger streng gehandhabt. |
Wichtige Städte
Kathmandu ist die Hauptstadt und mit 420000Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Nepals. Zu den weiteren urbanen Zentren gehören Biratnagar (130000) im Südosten sowie die beiden in der Nähe von
Kathmandu gelegenen Städte Lalitpur (117000) und Bhaktapur (61000). |
Soziales 
In Nepal gibt es keine Wohlfahrtsleistungen des Staates. Christliche Missionare haben jedoch Krankenhäuser und Kliniken gegründet. Zu Beginn der neunziger Jahre gab es in ganz Nepal nur etwa 2000Ärzte und 4760Krankenhausbetten. Krankheiten wie Meningitis, Thyphus und Hepatitis sind noch relativ weit verbreitet. |
Bildung und Kultur 
Da Nepal niemals von einer anderen Nation kolonisiert wurde, hat sich eine eigene, abgeschlossene Kultur entwickelt. Die Kultur Nepals wird insbesondere vom Hinduismus und in geringerem Umfang auch vom Buddhismus geprägt. In ganz Nepal finden sich Pagodentempel und andere Gebäude, die mit üppigen Holzschnitzereien versehen sind. |
Bildung und Schulwesen
Für sämtliche nepalesische Kinder besteht zwischen dem sechsten und dem zehnten Lebensjahr allgemeine Grundschulpflicht. Daran schließt sich der freiwillige Besuch der dreijährigen unteren Sekundarschule und der zweijährigen oberen Sekundarschule an. Die wichtigste Hochschule des Landes ist die Tribhuvan-Universität (gegründet 1959) in
Kathmandu; sie zählte zu Beginn der neunziger Jahre etwa 71000Studenten. Die Analphabetenrate unter den über Fünfzehnjährigen beträgt etwa 75Prozent. |
Kultureinrichtungen
Das Nationalmuseum (gegründet 1928) in Kathmandu beherbergt zahlreiche kulturelle und historische Sammlungen. Die wichtigsten Bibliotheken befinden sich ebenfalls in
Kathmandu. |
Medien
Die staatliche Rundfunkstation Radio Nepal sendet ihr Programm sowohl in Nepali als auch in englischer Sprache. Ein regelmäßiges Fernsehprogramm (Nepal Television Corporation) gibt es seit 1986. Von den insgesamt etwa 60Tageszeitungen in Nepal erscheinen mindestens 20 in
Kathmandu. Die ebenfalls in Kathmandu erscheinende Tageszeitung Gorkha Patra gehört zu den einflussreichsten Blättern. |
Verwaltung und Politik

Bis 1990 wurde Nepal gemäß seiner aus dem Jahr 1962 stammenden und per Volksabstimmung 1980 angenommenen Verfassung regiert. 1980 wurden einige wesentliche Erweiterungen vorgenommen. Grundlage des Staatswesens war das so genannte
Panchayat-System, ein hierarchischer strukturierter Ständerat. Im Jahr 1990 wurde eine neue Verfassung proklamiert, die Nepal zu einer konstitionellen Monarchie machte und damit die königliche Macht erheblich beschränkte. |
Exekutive
Träger der Exekutive und Staatsoberhaupt ist der König. Ihm steht beratend der vom Premierminister geleitete Ministerrat zur Seite, der der Rashtriya Panchayat (Nationalversammlung) verantwortlich ist. |
Legislative
Die Legislative wird von einem Zweikammerparlament ausgeübt, das aus der Staatenkammer mit 60Mitgliedern (Ernennung alle sechs Jahre, davon zehn vom König bestimmt) und dem auf fünf Jahre gewählten Repräsentantenhaus mit 205Abgeordneten besteht. |
Judikative
Höchstes Gericht in Nepal ist der Oberste Gerichtshof, bestehend aus einem Vorsitzenden sowie bis zu sechs beisitzenden Richtern. Daneben gibt es vier Regionalgerichte, 14Zonengerichte und 75Distriktgerichte.
Kommunalverwaltung Nepal ist in 14Zonen und 75Distrikte untergliedert; den Distrikten stehen Staatskommissare vor. |
Politik
Zwischen 1960 und 1990 waren politische Parteien verboten. Seit der Aufhebung des Parteienverbots ist der Nepali Congress
(NCP, Nepalesische Kongresspartei) stärkste Partei, gefolgt von der linksgerichteten Vereinigung United Marxist Left
(UML) und mehreren anderen politischen Gruppierungen. Wahlrecht besteht ab 18Jahren. |
Verteidigung
1955 trat Nepal den Vereinten Nationen bei. Es besteht keine Wehrpflicht. Die Landstreitkräfte umfassen etwa 35000Mann und die Luftwaffe
200Mann. |
Bergbau

Aufgrund des unwegsamen Terrains sind die Bodenschätze des Landes größtenteils unbekannt. Nachgewiesen sind allerdings Vorkommen an Glimmer, Kupfer, Eisenerz, Ocker, Braunkohle und
Cobalt. Der Bergbau spielt insbesondere aufgrund der schlechten Verkehrswege nur eine untergeordnete Rolle und beschränkte sich auf den Abbau von Glimmer, Kalkstein und Braunkohle.
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Industrie
Grundlage der nepalesischen Industrie sind die Rohstoffe und landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Landes. Zu den wichtigsten Produkten gehören Baumwolltextilien, Cellulose und Papier, Baustoffe, Nahrungsmittel, Zigaretten und Schuhe. |
Energie
Das in Nepal zur Verfügung stehende gewaltige Potential an hydroelektrischer Energie wurde bislang aufgrund der hohen Investitionskosten noch kaum genutzt. Die jährliche Energieerzeugung ist mit rund 900Millionen Kilowattstunden sehr gering; etwa 95Prozent davon stammen aus Wasserkraftwerken. |
Verkehrswesen

Der Großteil des Güterverkehrs wird in Nepal immer noch von Trägern und Lasttieren übernommen. Von dem 6306Kilometer langen Straßennetz sind nur etwa 2800Kilometer befestigt, u.a. eine Straße quer durch das Land, die
Kathmandu mit Tibet verbindet. Zwischen Kathmandu und Indien verkehren zwei kurze Eisenbahnlinien. Der Flugverkehr wird über die staatliche Fluggesellschaft Royal Nepal Airlines abgewickelt; Flughäfen befinden sich in
Kathmandu und Biratnagar. Zwischen Hitaura und Kathmandu verkehrt zudem eine 70Kilometer lange Lastseilbahn für den Gütertransport.
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Verkehr und Kommunikation
Alle wichtigen Verkehrs- und Transportmittel befinden sich in Staatsbesitz. Im Süden des Himalaya gibt es mehr und vor allem besser ausgebaute Straßen als im gebirgigen Norden. Nur sehr wenige Menschen können sich ein eigenes Kraftfahrzeug leisten, die Mehrheit bewegt sich zu Fuß fort oder fährt mit dem Fahrrad, in einigen Gegenden stehen auch Busse zur Verfügung.
Es gibt eine staatliche Fluggesellschaft für Inlandsflüge, einige kleine
Fluglinien in Privatbesitz und zwei kurze Eisenbahnlinien, die Nepal und
Indien verbinden. Telefone findet man nur in den Städten.
Sämtliche Druckerzeugnisse unterliegen der staatlichen Zensur,
die Zeitung The Rising Nepal erscheint in der Landessprache Nepali
und in Englisch. Radio Nepal und das nepalesische Fernsehen können
fast im ganzen Land empfangen werden. |
Währung und Bankwesen

Die Währungseinheit in Nepal ist die Nepalesische Rupie, der 100Paisa entsprechen. Als Notenbank fungiert die Nepal Rastra Bank (gegründet 1956). Die Nepal Bank und die Rastriya Banijya Bank gehören zu den wichtigsten Handelsbanken des Landes.
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Außenhandel
Zu den wichtigsten Exportwaren Nepals gehören Textilien, Teppiche, Lebensmittel und Lederwaren; die wichtigsten Importwaren sind Konsumgüter, Transportfahrzeuge, Düngemittel, Erdölprodukte und chemische Erzeugnisse. Die Außenhandelsbilanz des Landes weist gewöhnlich ein Defizit auf. Der bei weitem wichtigste Handelspartner ist Indien, gefolgt von Japan, China, den Vereinigten Staaten und Deutschland. Bedeutende Devisenquellen sind der Tourismus sowie die Einkünfte der im Ausland eingesetzten
Gurkha-Truppen. |
Geschichte

Die ersten Bewohner Nepals kamen aus Tibet und Indien. Über das Tal von
Kathmandu, dessen Geschichte eng mit der Nepals verknüpft ist, berichten bereits frühe indische Chroniken. Im 4. und 5.Jahrhundert n.Chr. entstand die hinduistische
Licchavi-Dynastie; zahlreiche Bauten und Inschriften aus dieser Zeit sind heute noch erhalten. Im Jahr 1324 wurde Nepal von Truppen der Rajputen überrannt, die auf der Flucht vor den einfallenden Muslimen waren. Während der Herrschaft der Malla (12.-18.Jahrhundert), trotz des Zerfalls des Landes in drei Einzelreiche zum Ende des 15.Jahrhunderts, setzte eine kulturelle Hochblüte ein. Bereits ab 1559 beherrschte die Gurkha-Dynastie der Shaha das heutige Nepal. Nachdem Prthivinarayan 1768 die drei Reiche endgültig vereinnahmt hatte, versuchten die Gurkha 1790 Tibet zu erobern, wurden aber zwei Jahre später von chinesischen Truppen zurückgeschlagen, die kurzzeitig auch einen Teil Nepals besetzt hielten.
Die Beziehungen zwischen den Gurkha und den Briten in Indien waren zwischen 1791 und 1803 vertraglich geregelt. Aufgrund von Grenzstreitigkeiten beriefen die Briten ihren Vertreter aus der nepalesischen Hauptstadt ab. Die Spannungen nahmen im Lauf der nächsten zehn Jahre ständig zu, so dass die Briten Nepal im November 1814 den Krieg erklärten. Den folgenden Konflikt konnten die Briten 1815 letztlich für sich entscheiden. In dem 1816 von der nepalesischen Regierung ratifizierten Friedensvertrag verpflichtete sich Nepal zur Abtretung eines Großteiles der Terai-Region sowie weiterer Grenzgebiete.
Während der folgenden 30Jahre rangen in Nepal probritische und antibritische Kräfte um die Macht im Staate. 1846 gelang es dem aus der Rana-Familie entstammenden probritischen Offizier Sir Jung
Bahadur, die Kontrolle über die Regierung zu erlangen und das Amt des Premierministers zu bekleiden. Jung Bahadur begründete die lange Herrschaft der Familie
Rana, unter der das Amt des Premierministers erblich war. Im Jahr 1854 unterwarf Jung Bahadur Tibet. Im Friedensvertrag von 1856 räumte Tibet Nepal diplomatische Vorrechte und Handelsprivilegien ein und verpflichtete sich darüber hinaus zur Zahlung jährlicher Tributleistungen.
Nepal unterstützte die Briten bei der Niederschlagung des Großen Indischen Aufstands von 1857 bis 1859
(Sepoyaufstand) und während des 1.Weltkrieges. In einem 1923 geschlossenen Vertrag bestätigten die Briten erneut die Unabhängigkeit Nepals. Im 2.Weltkrieg unterstützte das Land die Alliierten.
Das erbliche Rana-Regime sah sich 1949 zunehmender Kritik ausgesetzt, insbesondere seitens in Indien lebender Dissidenten. Schließlich gelang es der politischen Reformbewegung, die von der indischen Regierung genehmigt und von der neu gegründeten Nepalesischen Kongresspartei
(NCP) angeführt wurde, König Tribhuvan Bir Bikram Schah für ihre Ziele zu gewinnen. Wie seine Vorgänger hatte er unter dem Rana-Regime lediglich repräsentative Aufgaben. Sein Eingreifen in die innenpolitischen Auseinandersetzungen verschärfte jedoch die Krise; am 7.November 1950 wurde er von Premierminister Maharaja Mohan Shumsher Rana gestürzt. Wenige Tage später gelang dem König die Flucht nach Indien. Der indische Premierminister Jawaharlal Nehru weigerte sich, den Sturz König Tribhuvans anzuerkennen und forderte eine demokratische Umstrukturierung der nepalesischen Regierung sowie die Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung.
Premierminister Rana ging am 8.Januar 1951 auf Nehrus Forderungen ein. Innerhalb weniger Wochen wurden Mitglieder der Kongresspartei in das Kabinett aufgenommen. Am 15.Februar kehrte der König auf den Thron zurück. Am 16.Februar 1951 gipfelten die Spannungen zwischen den Anhängern Ranas und der Kongresspartei im Sturz von Premierminister Rana und der Bildung eines Kabinetts aus Mitgliedern der Kongresspartei und der Unabhängigen unter der Leitung des Parteiführers der
NCP, Matrika Prasad Koirala.
Als ersten Schritt auf dem Weg zu einer Verfassung berief der König am 4.Juli 1952 eine beratende Versammlung ein. Die Anhänger des alten aristokratischen Systems boykottierten jedoch die demokratischen Entwicklungen, was schließlich zum Zusammenbruch des neuen Systems führte. Ende der fünfziger Jahre hielten die politischen Unruhen an; es kam zu mehreren Regierungswechseln, zeitweise übernahm auch der König die direkte Herrschaft. König Tribhuvan starb 1955; Nachfolger wurde sein Sohn Mahendra Bir Bikram Schah. Im Februar 1959 trat die erste demokratische Verfassung des Landes in Kraft, die dem König u.a. das Recht einräumte, das Parlament zu entlassen. Die ersten Wahlen zu einem aus zwei Kammern bestehenden Parlament fanden statt. Ergebnis war eine überwältigende Mehrheit für die Kongresspartei; Bisheswar Prasad Koirala, Halbbruder des früheren Premierministers, wurde mit der Regierungsbildung beauftragt. Im Dezember 1960 entließ König Mahendra die Regierung und löste das Parlament auf; ein Jahr später wurden sämtliche Parteien verboten. 1962 erließ er eine neue Verfassung, die ihm mit dem Panchayat-System eine beherrschende politische Stellung einräumte. Die Regierung führte daraufhin soziale Reformen durch, u.a. eine Landreform und die Aufhebung des Kastenwesens.
Als der König 1972 starb, bestieg sein Sohn Birendra Bir Bikram den Thron. Der junge König übte zunächst eine starke Kontrolle auf die Regierung aus und versuchte, die vom früheren Premierminister Bisheswar Prasad Koirala angeführte Reformbewegung zu unterdrücken. Nachdem die antimonarchistische Stimmung Ende der siebziger Jahre immer stärker wurde und es zu gewalttätigen Ausschreitungen kam, trat der König etwas in den Hintergrund.
In einer Volksabstimmung im Jahr 1980 über die Regierungsform entschied sich die Mehrheit der Wähler unter Vorbehalt gewisser Änderungen für die Beibehaltung des gegenwärtigen Panchayat-Systems ohne die Mitwirkung von Parteien. In den Jahren 1981 und 1986 fanden Wahlen nach dem neuen System statt. Aufgrund einer neuen Welle von Protesten seitens demokratischer Bewegungen zu Beginn des Jahres 1990 hob der König das Verbot politischer Parteien auf, das 30Jahre lang Bestand gehabt hatte. Im April stellte eine Mehrparteien-Koalition die Regierung. Im Mai 1991 gewann die Kongresspartei die ersten demokratischen Wahlen des Landes nach 32Jahren; Premierminister wurde Girija Prasad Koirala, der Bruder von Bisheswar Prasad Koirala. Nach einem von der kommunistischen Opposition eingebrachten Misstrauensantrag und einer Abstimmungsniederlage trat Koirala im Juli 1994 zurück. König Birendra löste daraufhin das Parlament auf und schrieb für das selbe Jahr Neuwahlen aus. Die Wahlen fanden am 15.November 1994 statt, Sieger war die Vereinigte Kommunistische Partei Nepals
(UCPN). Am 13.Juni 1995 löste der König in einer umstrittenen Entscheidung das Parlament auf Wunsch der UCPN erneut auf und forderte das Kabinett auf, bis zu den Wahlen im November die Übergangsregierung zu stellen. Die kommunistische Minderheitsregierung trat im September zurück. Seitdem wird Nepal von einer Mehrparteienregierung geführt.
Am 10.März 1997 ernannte der König Lokendra Bahadur Chand zum neuen Ministerpräsidenten, nachdem dessen Vorgänger Sher Bahadur Deuba durch ein Misstrauensvotum gestürzt worden war.
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Quellennachweis:
"Nepal", Microsoft(R) Encarta(R) 98 Enzyklopädie. (c) 1993-1997 Microsoft Corporation.
und
© & (p) 1995-1997 Microsoft Corporation.
"Weltatlas"
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