Steinbock, in Eurasien und Afrika in
ehemals zwei Arten verbreitete Wildziegen, die sich durch große, nach hinten
gewundene Hörner auszeichnen.
Die einzige überlebende Steinbockart wird in mehrere geographische Rassen
unterteilt, zu denen u. a. Alpensteinbock, Nubischer Steinbock und Sibirischer
Steinbock gehören. Männchen des Alpensteinbocks haben eine Kopfrumpflänge von
140 bis 170 Zentimetern, Weibchen erreichen 75 bis 115 Zentimeter. Die Hörner
der Böcke werden 70 bis 140 Zentimeter lang, die der Weibchen sind kürzer. Die
Färbung schwankt je nach Jahreszeit von rotbraun bis graubraun.
Alpensteinböcke bilden in felsigen Regionen oberhalb der Baumgrenze in den Alpen
einerseits Gruppen aus jungen Böcken, andererseits Rudel von 10 bis 20 Weibchen.
Die Rudel der Männchen und Weibchen vereinigen sich nur während der
Paarungszeit. Das Weibchen bringt nach einer Tragzeit von etwa 170 Tagen zumeist
nur ein Junges zur Welt. Alpensteinböcke können 10 bis 14 Jahre alt werden.
Jungtiere werden manchmal von Steinadlern erbeutet.
Alpensteinböcke waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgrund starker Bejagung
bis auf wenige Dutzend Tiere ausgerottet. 1903 begann man mit rigorosen
Schutzmaßnahmen. Die Nachzucht von Tieren einer im Gran Paradiso Nationalpark
(Italien) erhaltenen Restpopulation und Wiederaussetzungen waren schließlich
erfolgreich. 2003 wurde der Bestand des Alpensteinbocks auf
40 000 Tiere
geschätzt.
Systematische Einordnung: Steinböcke gehören zur Familie Bovidae. Der
wissenschaftliche Name des Alpensteinbocks lautet Capra ibex ibex.